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Kritische Informationen der InteressenGemeinschaften Kritische Bioethik Deutschland
zum Thema Organspende / Lebendspende / Transplantation / Hirntod

Neues zum Thema Organspende / Transplantationsmedizin / Hirntod

26.04.07: Ethikrat-Stellungnahme zur Organspende - Breite Kritik

Ergänzt am 30.04.07

Am 24.04.07 veröffentlichte der Nationale Ethikrat seine Stellungnahme "Die Zahl der Organspenden erhöhen - Zu einem drängenden Problem der Transplantationsmedizin in Deutschland" und löste damit kurz vor seiner Auflösung noch einmal eine heftige Debatte aus.

Zum konkreten Inhalt des Vorschlages zitieren wir dazu die offizielle Pressemitteilung des Ethikrates vom selben Tag im Wortlaut:

PRESSEMITTEILUNG Nationaler Ethikrat 24.04.2007

Nationaler Ethikrat schlägt Stufenmodell zur Erhöhung der Zahl der Organspenden vor

Der Nationale Ethikrat veröffentlicht am heutigen Dienstag seine Stellungnahme "Die Zahl der Organspenden erhöhen - Zu einem drängenden Problem der Transplantationsmedizin in Deutschland".

Organmangel ist ein chronisches Problem der Transplantationsmedizin in vielen Ländern, insbesondere auch in Deutschland. Die Hoffnung, das Transplantationsgesetz von 1997 werde zu einer Steigerung der Organspenden führen, hat sich nicht erfüllt. Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass die Gründe nicht nur in organisatorischen Defiziten des Gesundheitssystems liegen, sondern auch in der gesetzlichen Regelung, die die postmortale Organspende von der ausdrücklich erklärten Zustimmung der Spender bzw. ihrer Angehörigen abhängig macht.

In der vorgelegten Stellungnahme wird der Frage nachgegangen, ob es ethisch und verfassungsrechtlich vertretbar ist, die geltende gesetzliche Regelung zu ändern, um den Organmangel zu lindern. Diskutiert werden verschiedene Vorschläge, die einen Ausgleich finden müssen zwischen dem Selbstbestimmungsrecht des potenziellen Organspenders, dem Wunsch nach Lebensrettung und Leidensminderung anderer Menschen sowie etablierten Prinzipien des Gesundheitssystems wie z. B. dem gleichen Zugang zu Gesundheitsleistungen.

Der Nationale Ethikrat schlägt ein Stufenmodell vor, das Elemente einer Erklärungsregelung mit Elementen einer Widerspruchsregelung verbindet. Danach ist der Staat verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die Bürger
1. in einem geregelten Verfahren zu einer persönlichen Erklärung darüber aufgefordert werden, ob sie zur Organspende bereit sind, und
2. darüber informiert sind, dass die Organentnahme bei unterbliebener Erklärung gesetzlich erlaubt ist, sofern die Angehörigen ihr nicht widersprechen.

Der Nationale Ethikrat empfiehlt ferner, durch geeignete gesetzgeberische Maßnahmen dafür zu sorgen, dass die Krankenhäuser ihrer Pflicht zur Meldung potenzieller postmortaler Organspender in höherem Ausmaß als bisher nachkommen. Darüber hinaus ist für eine ausreichende Erstattung der Kosten zu sorgen, die den Krankenhäusern im Zusammenhang mit der Meldung und Versorgung potenzieller Organspender entstehen.

(Quelle: Webseite Nationaler Ethikrat)

Kritik am Ethikrat-Vorschlag zur Organspende

Bei Fraktionsvertretern aller Parteien, einschließlich der FDP, stieß der Vorschlag auf Unverständnis und breite Kritik. "Die Einschränkung des Selbstbestimmungsrechtes bei der Organspende, wie sie vom Ethikrat jetzt vertreten wird, schadet dem Anliegen eher, als dass sie ihm nützt. Entscheidend ist, dass der Mensch auch über den Tod hinaus nicht zum Objekt gemacht wird, " erklärte der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, in einer Pressemitteilung vom selben Tag. Wer sich nicht ausdrücklich erklärt hat, dessen Zustimmung zur Organspende dürfe nicht einfach vorausgesetzt werden. Auch dürfe niemand zur Entscheidung gezwungen werden, brachte Kauder die Kritik auf den Punkt.

Auch die Bundesärztekammer lehnt den Vorschlag des Ethikrates zur Steigerung der Zahl der Organspenden ab. "Es müssen Aufklärung und Information über die Möglichkeit einer Organspende dringend verbessert und ausgeweitet werden. Gesetzgeberischen Handlungsbedarf gibt es nicht", sagte der Vorsitzender der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer, Hans Lilie, der Passauer Neuen Presse. Zudem stellte er die Verfassungsmäßigkeit des Vorschlags in Frage.

Auf das durchwegs kritischen Preseecho (siehe unten den Pressespiegel) folgte am 26.04.07 eine weitere Pressemitteilung, in der der Ethikrat noch einmal seine Stellungnahme verteidigte und für "Klarstellung" sorgen wollte. Hier der Text im Original:

PRESSEMITTEILUNG Nationaler Ethikrat 26.04.2007

Ethikrat weist Kritik an Stellungnahme zum Organmangel zurück

Die Vorsitzende des Nationalen Ethikrates (NER), Kristiane Weber-Hassemer, erklärt am heutigen Donnerstag in Berlin, dass der Ethikrat keineswegs - wie es von manchen Kritikern vorgebracht wird - eine Widerspruchslösung vorschlägt, wie sie in anderen Ländern gilt. "Unser Stufenmodell setzt vielmehr auf eine umfassende Information und Hilfestellung durch staatliche Stellen, die es den Menschen ermöglichen, Ihre Zustimmung oder Ablehnung zu erklären. Es soll erreicht werden, dass in möglichst wenigen Fällen Unklarheit darüber besteht, was der Betroffene für sich selbst will. Für diejenigen, die sich nicht erklären, muss jedoch auch eine Regelung getroffen werden."

Die Stellungnahme hebt auch die besondere Rolle der Angehörigen hervor. "Niemand muss also befürchten, dass er einfach zur Organspende herangezogen wird."

"Es scheint, dass manche, die unsere Vorschläge ablehnen, die Stellungnahme gar nicht gelesen haben", sagt Weber-Hassemer. "Der Ethikrat ist der Auffassung, dass das drängende Problem des Organmangels neue Lösungswege erfordert."

Die Vorsitzende des NER unterstreicht, dass die Stellungnahme einmütig vom gesamten Ethikrat verabschiedet worden ist. "Gerade die Besorgnisse in der Bevölkerung, aber auch die große Spendebereitschaft sind Grundlage der Meinungsbildung im NER gewesen", erklärt Weber-Hassemer.

(Quelle: Webseite Nationaler Ethikrat)

Kommentar

In den Medien war zum 27. April das Thema nahezu wieder abgeschlossen. Das ist gut so, denn mit dieser Stellungnahme hat der Ethikrat zum Abschluss seiner Arbeit erneut bestätigt, dass es Zeit wird, ihn endlich abzuschaffen. Nachdem am 26.04.07 der Deutsche Bundestag endgültig die Einsetzung eines neuen Deutschen Ethikrates mit einem Ethikbeirat beschlossen hat, ist das Ende des Nationaeln Ethikrates ohnehin besiegelt. Denn der neue Deutsche Ethikrat soll zum 1. Juli bereits seine Arbeit aufnehmen (siehe dazu unser Themenspecial zur Diskussion um Einsetzung eines parlamentarischen Ethikberatungs-Gremiums / Deutscher Ethikrat.

Eine Meinung zu den Vorschlägen des Ethikrates und der "Klarstellung" kann sich jede(r) anhand des ausführlichen Pressespiegels sowie dem Stein des Anstoßes als Download selber bilden.

 

Dokumente

PDF Die Zahl der Organspenden erhöhen - Zu einem drängenden Problem der Transplantationsmedizin in Deutschland
Stellungnahme des Nationalen Ethikrates,
41 Seiten im PDF-Format, veröffentlicht 24.04.07
 

Pressespiegel zur Ethikrat-Stellungnahme zur Organspende

letzte Ergänzung: 11.05.07

Nachfolgen finden Sie eine Auswahl an Presserstikeln zur Ethikrat-Stellungnahme zur Organspende, chronologisch sortiert. Sofern weitere Artikel dazu folgen, wird diese Zusammenstellung weiter ergänzt.

11. Mai 2007

Organspenden: Körperteile zum Wohl eines anderen
Siegmund-Schultze, Nicola
Die Kardinalprobleme der Organtransplantation sind ungelöst. Das wurde auf einer Tagung in Loccum deutlich.
Deutsches Ärzteblatt 104, Ausgabe 19 vom 11.05.2007

04. Mai 2007

Nötigung
Ethikrat: Organe im optimierten Zulieferbetrieb
Ulrike Baureithel
Wer einmal das Pech gehabt haben sollte, in Österreich zu verunglücken und in einem dortigen Krankenhaus für hirntot erklärt zu werden, dem konnte es bis vor einigen Jahren noch passieren, dass ihm ohne entsprechendes Einverständnis Organe entnommen wurden.
FREITAG Nr. 18, 04.05.2007

Organspenden: Schweigen ist Silber, reden ist Gold
Blöß, Timo
Der Nationale Ethikrat will, dass alle Deutschen erklären, ob sie bereit sind, nach dem Tod ihre Organe zu spenden. Äußern sie sich nicht, soll das als Zustimmung gelten.
Deutsches Ärzteblatt 104, Ausgabe 18 vom 04.05.2007

03. Mai 2007

Mein Herz ist dein Herz
Wie bringt man die Deutschen dazu, mehr Organe zu spenden? Der Nationale Ethikrat setzt auf neue Vorschriften. Erfahrungen im Ausland zeigen: Es gibt bessere Wege.
Von Martin Spiewak
DIE ZEIT, 03.05.2007 Nr. 19

Solidarisch über den Tod hinaus
Der Ethikrat will die Bürger zur Organspende motivieren. Das verletzt weder Recht noch Würde.
Von Frank Drieschner
DIE ZEIT, 03.05.2007 Nr. 19

Keine Sozialpflicht für Leichen
Statt das Recht auf Selbstbestimmung auszuhebeln, gilt es Ängste vor dem Spenden abzubauen.
Von Robert Leicht
DIE ZEIT, 03.05.2007 Nr. 19

02. Mai 2007

Für sie heißt Organspende weiterleben
Der Nationale Ethikrat fordert, jeden verstorbenen Menschen zum Organspender zu erklären, der nicht zu Lebzeiten aktiv widerspricht. Theodosia Tilis ist dafür. Nur eine Spende rettete ihre Tochter Amalia.
DIE WELT 02.05.07

Eingriff in den Prozess des Sterbens
betr.: "Gebrauchte Herzen und Nieren gesucht", taz vom 25.04.07
Die so genannte Widerspruchslösung, die der Ethikrat jetzt vorschlägt, erfordert eine genaue und umfassende Aufklärung darüber, was Explantation von Organen aus einem Sterbenden bedeutet: nämlich einen Eingriff in den Prozess des Sterbens.
TAZ Leserbrief 02.05.07

29. April 2007

Über moralische Geiselhaft und die Pflicht zur Organspende
Gedanken am Sonntag
Peter Hahne
BILD.DE 29.04.2007

27. April 2007

Bundesärztekammer lehnt Ethikrat-Vorstoß ab
Vorschlag für eine Neuregelung der Organspende stößt auf Kritik: "Schweigen bedeutet keine Zustimmung"
Ärzte Zeitung, 27.04.2007

Prof. Viebahn zur Organspende: Gesetzesänderung birgt Risiken
Angesichts der Erklärung des Nationalen Ethikrats zur Organspende, in der die Spezialisten eine Neuregelung der Organspende nach dem Vorbild des europäischen Auslands empfehlen, mahnt Prof. Dr. Richard Viebahn, Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik am Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer und Leiter des Transplantationsprogramms, zur Besonnenheit.
PRESEMITTEILUNG Ruhr-Universität Bochum (IDW) 27.04.2007

26. April 2007

Organspende – viel Kritik an Plan des Ethikrats
Vorschlag, keine eindeutige Ablehnung als Zustimmung zur Entnahme zu werten, findet bei Parteien und Ärzten kaum Zustimmung
Von Rainer Woratschka
TAGESSPIEGEL 26.04.2007

Ethikrat weist Kritik an Stellungnahme zum Organmangel zurück
Die Vorsitzende des Nationalen Ethikrates (NER), Kristiane Weber-Hassemer, erklärt am heutigen Donnerstag in Berlin, dass der Ethikrat keineswegs - wie es von manchen Kritikern vorgebracht wird - eine Widerspruchslösung vorschlägt, wie sie in anderen Ländern gilt.
PRESSEMITTEILUNG Nationaler Ethikrat 26.04.07

Initiative aus der SPD zur Organspende
Neue Krankenkassenkarte soll genutzt werden
BERLIN. Die Forderung des Nationalen Ethikrates nach einer gesetzlichen Neuregelung von Organspenden stößt in der SPD auf Zustimmung.
BERLINER ZEITUNG 26.04.07

Elektronische Gesundheitskarte in der Organspende-Diskussion
Mit der Stellungnahme (PDF-Datei) des Nationalen Ethikrates zur gesetzlichen Neuregelung bei den Organspenden ist die Ausgestaltung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) wieder in die Diskussion gekommen.
HEISE Online 26.04.2007

Patientenvertreter begrüßen Vorstoß zu Organspenden
Verband unterstützt Vorschlag des Ethikrats für Widerspruchsregelung / Vertreter von Union, Grünen und FDP äußern sich ablehnend
FRANKFURTER RUNDSCHAU 26.04.07

Ohne Ausweis
Weil viele auf ein lebensrettendes Organ warten, möchte der Ethikrat die bisherige Regelung umkehren: Wer nicht widerspricht, dem sollen nach dem Tod Organe entnommen werden dürfen. Ein guter Vorschlag.
Von Andreas Sentker
DIE ZEIT, 26.04.2007 Nr. 18

CDU-Politiker gegen Neuregelung von Organspenden
Hubert Hüppe fordert organisatorische Verbesserungen in Transplantationsmedizin
DEUTSCHLANDFUNK 26.04.07

Stewens: Organmangel erfordert neue Lösungsansätze - Widerspruchslösung auch für Deutschland nachdenkenswert
„Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 1.000 Patienten, weil nicht rechtzeitig ein passendes Spenderorgan gefunden werden kann. Der dramatische Mangel an geeigneten postmortalen Organspenden erfordert neue Lösungsansätze. So
PRESSEMITTEILUNG Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen 25.04.2007

25. April 2007

Nationaler Ethikrat fordert Neuregelung bei Organspenden
Berlin - Angesichts des großen Mangels an Spenderorganen hat sich der Nationale Ethikrat für eine Neuregelung bei Organspenden ausgesprochen.
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 25.04.2007

So viel zum Leben
Der Ethikrat will durch eine Gesetzesänderung die Zahl der Organspender erhöhen. Kann das funktionieren?
Von Rainer Woratschka
TAGESSPIEGEL 25.04.2007

Im Körper des Feindes
Warum der Staat den Menschen nicht zum bloßen Organlieferanten machen darf
Kommentar von Rainer Woratschka
Schweigen ist Gold, heißt es in einem Sprichwort. Künftig könnte sich das auch auf Transplantationsmediziner und deren Patienten beziehen.
TAGESSPIEGEL 25.04.2007

Wer schweigt, wird Spender
Organspende - Um den Organmangel zu lindern, empfiehlt der Ethikrat, das Transplantationsgesetz zu ändern. Lebendspenden können das Defizit nicht ausgleichen.
BERLINER ZEITUNG 25.04.07

Gebrauchte Herzen und Nieren gesucht
Weil sie kein Spenderorgan erhalten, müssen in Deutschland jährlich 1.000 Menschen sterben. Der Nationale Ethikrat schlägt vor. Schweigen ist künftig als Zustimmung zur Organspende zu werten. So soll die Zahl der Spenderorgane erhöht werden
TAZ 25.04.2007

Ethikrat reagiert auf Spenderorgan-Mangel
Konzept für eine modifizierte Widerspruchslösung
BERLIN (ble). Mit einem Stufenmodell will der Nationale Ethikrat (NER) die Zahl der postmortal gewonnenen Organspenden in Deutschland erhöhen. Kernpunkt ist dabei die Abkehr von der Zustimmungsregelung hin zu einer Kombination aus Erklärungs- und Widerspruchsregelung.
Ärzte Zeitung, 25.04.2007

Alle Parteien lehnen Ethikrat-Forderung zu Organspenden ab
Berlin - Die Ethikrat-Forderung nach einer Neuregelung der Organspenden stößt bei allen Bundestagsfraktionen auf Ablehnung.
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 25.04.2007

Presseschau: Organspende-Vorstoß schreckt ab
Der Vorstoß des Ethikrats zur Erhöhung der Zahl der Organspenden stößt bei deutschen Leitartiklern überwiegend auf Skepsis. Sie warnen, mehr Druck auf die Bürger könnte einen Abschreckungseffekt zur Folge haben.
NETZEITUNG.DE 25.04.07

Ethikrat verteidigt Empfehlung zu Organspenden
Nagel: Bereitschaft zur Organspende direkt abfragen
Der stellvertretende Vorsitzende des Nationalen Ethikrates, Prof. Eckhard Nagel, verteidigte im Deutschlandradio Kultur die Empfehlung des Ethikrates zur Neuregelung von Organspenden mit dem Hinweis darauf, dass heute Menschen sterben, weil zu wenige ausdrückliche Erklärungen über die Bereitschaft zur Organspende vorlägen. Aus der Tatsache, dass Menschen zu Schaden kommen, könne möglicherweise eine moralische Verpflichtung der Bundesbürger abgeleitet werden, sich zu erklären.
DEUTSCHLANDRADIO 25.04.07

Organspende muss freiwillig bleiben - Keine Einschränkung des Selbstbestimmungsrechtes
Anlässlich der jüngsten Vorschläge des Nationalen Ehtikrates zu einer Reform des Transplantationsgesetzes erklärt der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder MdB:
Die Einschränkung des Selbstbestimmungsrechtes bei der Organspende, wie sie vom Ethikrat jetzt vertreten wird, schadet dem Anliegen eher, als dass sie ihm nützt. Entscheidend ist, dass der Mensch auch über den Tod hinaus nicht zum Objekt gemacht wird.
PRESSEMITTEILUNG Volker Kauder MdB, CDU 25.04.07

Nationaler Ethikrat bei Organspende auf dem Holzweg
Zum Vorschlag des Nationalen Ethikrats (NER), die Zahl der Organspenden über eine faktische Widerspruchslösung zu erhöhen, erklären Biggi Bender, gesundheitspolitische Sprecherin, und Elisabeth Scharfenberg, pflegepolitische Sprecherin:
Der Vorschlag des Nationalen Ethikrates ist ein Anschlag auf das verfassungsrechtlich garantierte Selbstbestimmungsrecht des Menschen. Dieses Zugriffsrecht auf Menschen im Sterbeprozess gab es in der DDR, aktuell auch in Spanien und Österreich.
PRESSEMITTEILUNG Biggi Bender und Elisabeth Scharfenberg, MdBs, Bündnis 90/Die Grünen 25.04.07

Ethikrat-Vorschlag zur Organentnahme utilitaristisch und einseitig
Zum Vorschlag des Nationalen Ethikrates, eine Gesetzesänderung bei Organspenden vorzunehmen, erklärt Monika Knoche, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE.:
Den Vorschlag des Nationalen Ethikrates, eine Organentnahme gesetzlich zu erlauben, sofern zu Lebzeiten des Verstorbenen kein Widerspruch dazu formuliert wurde bzw. die Angehörigen keine Einwände geltend machen, lehnen wir entschieden ab. Es gibt keine soziale Pflicht des Bürgers, seinen Körper nach dem Tod Dritten zur Verfügung zu stellen.
PRESSEMITTEILUNG Monika Knoche, MdB, DIE LINKE. 25.04.07

Vorschlag des Ethikrates für Organspende – diskussionswürdig
Bei aller Kritik am Konstrukt des Ethikrates – mit seinem Vorschlag zur so genannten Erklärungslösung für die Organspende hat er die öffentliche Debatte mit einem Paukenschlag wieder eröffnet, meint Martina Bunge, Fraktion DIE LINKE..
PRESSEMITTEILUNG Martina Bunge, MdB, DIE LINKE. 25.04.07

Keine Widerspruchslösung bei Organspenden - Alternativen nutzen
BERLIN. Zum Vorschlag des Nationalen Ethikrates, bei Organspenden eine modifizierte Widerspruchslösung einzuführen, erklärt der Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion für Transplantationsmedizin Michael Kauch:
Selbstbestimmung und Patientenrechte enden nicht mit dem Tod. Aus Sicht der FDP bedarf jeder Eingriff in den Körper einer Zustimmung.
PRESSEMITTEILUNG Michael Kauch, MdB FDP 25.04.07

Union und Grüne gegen Zwang bei Organspende
Der Mensch dürfe nicht zum Objekt gemacht werden, sagt Unionfraktionschef Kauder. Die Vorschläge des Ethikrates zur gesetzlichen Neuregelung für die Organspende lehnt er daher ab.
NETZEITUNG.DE 25.04.07

Lebendspende: Ein Stück Leber vom Neffen
Nicola Siegmund-Schultze
Lebendspenden sind eine weitere Möglichkeit, den Organmangel zu verringern. Vor allem Leber- und Nierenkranke können davon profitieren.
BERLINER ZEITUNG 25.04.2007

24. April 2007

Nationaler Ethikrat schlägt Stufenmodell zur Erhöhung der Zahl der Organspenden vor
Der Nationale Ethikrat veröffentlicht am heutigen Dienstag seine Stellungnahme "Die Zahl der Organspenden erhöhen - Zu einem drängenden Problem der Transplantationsmedizin in Deutschland".
PRESSEMITTEILUNG Nationaler Ethikrat 24.04.2007

Schweigen als Einwilligung zur Organspende
Wer zu Lebzeiten zur Organspende schweigt, dem sollen nach seinem Tod Organe entnommen werden dürfen. Der Nationale Ethikrat will damit die Zahl der Organspenden erhöhen.
NETZEITUNG.DE 24.04.2007

Schweigend zu mehr Organspenden
Ethikrat legt Stufenplan vor
Mit einem Stufenplan will der Nationale Ethikrat für mehr Organspenden sorgen.
TAGESSCHAU.DE 24.04.2007

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